Das war Industriefilm Ruhr

Hier zum Nachlesen, Recherchieren und Stöbern: Das Programm der Jahre 2010, 2011 und 2013 bei IndustrieFilm Ruhr:

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Industriefilm Ruhr im Buch

IndustriefilmRuhr gibt's auch zu lesen: Die beteiligten Archive und weitere Archive haben zwei umfängliche Kataloge ihrer Industriefilme aus den 1950er- und 1960er-Jahren veröffentlicht – und weitere Bücher zum Thema

Die Niederrheinische Hütte Duisburg.
Ein Unternehmen der Thyssen-Gruppe, 1963

50 Jahre nach Inbetriebnahme der ersten Drahtstraße in Duisburg entstand 1963 der erste Film über die Niederrheinische Hütte – und war schon bald historisch. In eindrucksvollen Bildern und mit jazziger Musik zeigt er ein – noch – vollständiges Hüttenwerk und die spektakuläre Arbeit der Umwalzer in der Drahtproduktion.

Blick über den Rhein auf die Niederrheinische Hütte in Duisburg-Hochfeld, 1969. Foto: ThyssenKrupp Konzernarchiv
Filmszene

Der erste Film über das Werk

Vor 50 Jahren, am 26. März 1963, erlebte der Film „Die Niederrheinische Hütte Duisburg“ seine Uraufführung auf der Hauptversammlung der Niederrheinsche Hütte AG. Es war der erste Werksfilm über das 1851 gegründete Hüttenwerk in Duisburg-Hochfeld. Leitgedanke für die Filmproduktion war – so ein Bericht in der Werkzeitung – die „bereits seit längerem erkannte Notwendigkeit, über eine anschauliche, zusammengefasste Darstellung des gesamten Werks und seiner Erzeugung zu verfügen“. Dementsprechend zeigt der Film den Produktionsablauf im Hochfelder Hüttenwerk vom Erz bis zu den Fertigerzeugnissen. Er diente vor allem als Besucherfilm, der vor Werksführungen vorgeführt wurde, lief aber auch im Rahmen von Belegschaftsversammlungen.

Hochöfen bald Geschichte

Der Film beginnt mit der Ankunft eines Erzschiffes an der Anlegestelle am Rhein und zeigt im weiteren Verlauf den Weg des Erzes bis zum Stahl. Der ruhige Erzählfluss wird von Jazzmusik untermalt, gute Erklärungen und präzise Anlagenbeschreibungen mit Trickbildern folgen. In drei Hochöfen produzierte die Niederrheinische Hütte das Roheisen, das in sieben Siemens-Martin-Öfen zu Stahl weiterverarbeitet wurde. Die Szenen sind besonders sehenswert, weil der letzte Hochofen an diesem Standort 1966 schon stillgelegt wurde. Der Guss erfolgte in Vierkant-Kokillen, die in der Blockstraße verformt und in der nachgeschalteten Knüppelstraße rund weiterbearbeitet wurden.

Filmaufnahmen an einem Hochofen der Niederrheinischen Hütte, 1962. Foto: ThyssenKrupp-Konzernarchiv
Filmszene

Eindrucksvolle Arbeit der Umwalzer

Die Niederrheinische Hütte produzierte vornehmlich Walzdraht und Stabstahl und verfügte über eine beachtliche Drahtverarbeitung. So beeindrucken vor allem die Aufnahmen in den Drahtstraßen, die die gute Reaktion und das blitzschnelle Handeln der Umwalzer zeigen. Zum Schluss folgen einige Einstellungen von Erzeugnissen der Weiterverarbeitung, um allgemein auf die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Stahl hinzuweisen. Dabei beschränkt sich der Film nicht auf die Erzeugnisse der Niederrheinischen Hütte und ihrer drei Tochtergesellschaften, sondern präsentiert in ungewöhnlicher Breite Stahlwerbung in allgemeiner Form. 

Klaus Doldinger schrieb Musik

Produzent war die Düsseldorfer Firma Deutsche Industrie- und Dokumentarfilm GmbH, kurz DIDO, die schon für zahlreiche Unternehmen der Branche Filme hergestellt hatte. Für das fast 20-minütige Unternehmensporträt benötigte die DIDO 19 Drehtage im und 12 außerhalb des Werks. Für die Musik verpflichtete die DIDO den deutschen Jazzmusiker Klaus Doldinger, der sich in den folgenden Jahren als Komponist von Filmmusik einen Namen machte (u. a. „Tatort-Melodie“, „Das Boot“ und „Die unendliche Geschichte“).

Wechselhafte Entwicklung

Die August Thyssen-Hütte AG hatte 1956 eine Mehrheitsbeteiligung an dem Walz- und Stabstahlproduzenten im Duisburger Stadtteil Hochfeld erworben. Mit der Stilllegung von Hochofen, Stahlwerk sowie Block- und Knüppelstraße 1966 war die Niederrheinische Hütte ein reines Walzwerk geworden, das nach Umstrukturierungen Anfang der 1970er-Jahre mit der Hüttenwerk Oberhausen AG zur Thyssen Niederrhein AG Hütten- und Walzwerke zusammengefasst wurde. Nach weiteren Umstrukturierungen verkaufte Thyssen das Werk 1997 an Ispat International Ltd. Seit 2007 firmiert es als ArcelorMittal Hochfeld GmbH. Der Produktionsstandort wird zurzeit nach Ruhrort verlegt und danach aufgegeben, eine über 160-jährige Stahlgeschichte findet ihr Ende. 

Technische Infos

Jahr: 1963
Format: 16-mm, Farbe
Laufzeit: 19 Minuten
Auftraggeber: Niederrheinische Hütte AG, Duisburg
Produzent: Deutsche Industrie- und Dokumentarfilm GmbH (DIDO)
Regie: Walter Gebauer
Musik: Klaus Doldinger
Uraufführung: 26. März 1963, Hauptversammlung der Niederrheinische Hütte AG in Duisburg

Kontakt & Infos

ThyssenKrupp Konzernarchiv
Prof. Dr. Manfred Rasch
Astrid Dörnemann M.A.
Postfach
47161 Duisburg
Telefon: +49 (0)203.52668-22
Kontakt

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