Regionalverband Ruhr - Waldgebiete:
Schlosswald in Herten

Der Schlosswald Herten liegt nördlich der Autobahn A2 auf dem Stadtgebiet von Herten. Im Norden schließt direkt der Schlosspark mit dem Schloss Herten an.

Schloss Herten. Foto: RVR Ruhr Grün
Bild Schloss Herten

Wander- und Radwege erschließen den Schlosswald

1976 hat der RVR den Schlosswald vom Vorbesitzer Graf Nesselrode erworben. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Schlosswald vollständig eingezäunt und für die Bevölkerung nicht zugänglich.

Der RVR hat den Schlosswald geöffnet, der heute ein ausgebautes Wander- und Radwegenetz von rund neun Kilometern aufweist.  

Alter Buchenbestand im Schlosswald. Foto: RVR Ruhr Grün
Bild: Alter Buchenbestand im Schlosswald

Entwässerung durch Grabensystem

Der Schlosswald ist ein Rest des ehemaligen Emscherbruchs, der in früheren Zeiten bei Hochwasser regelmäßig von der Emscher überschwemmt wurde. Durch die Vielzahl von Quellen, das von Natur aus sehr hoch anstehende Grundwasser und die Bergsenkungen traten in den 1970er und 1980er Jahren wiederholt Überschwemmungen auf. Daher erfolgt seit 1985 eine gezielte Entwässerung durch ein Grabensystem auf einer Länge von knapp zwei Kilometern.  

Wiesen östlich der Mittelallee. Foto: RVR Ruhr Grün
Bild: Wiesen östlich der Mittelallee

Baumbestand bis zu 195 Jahre alt

Der Schlosswald ist 179 Hektar groß. Davon entfallen 125 Hektar auf Waldflächen und 31 Hektar auf landwirtschaftlich genutzte Acker- und Weideflächen. Daneben gibt es noch Wasserflächen, Liege- und Wildwiesen. Die Böden sind überwiegend Auelehme und Gleystandorte, auf denen zu 97 Prozent Laubbäume wachsen. Die Hauptbaumarten sind Stieleiche, Hainbuche, Rotbuche, Birke, Pappel, Roteiche, Roterle, Esche, Bergahorn, Vogelkirsche und Linde. Die ältesten Rotbuchenbestände weisen ein Alter von 175 Jahren, die der Stieleichen von 195 Jahren auf.

Im Zuge einer naturgemäßen Forstwirtschaft werden die Pappel- und schlechtwüchsige Birkenwälder in den nächsten zehn Jahren zu standortgerechten, produktiven Laubwäldern umgebaut. Die Bewirtschaftung erfolgt naturnah. Die Altbestände aus Rotbuche und Stieleiche werden durch einzelstammweise Nutzung gepflegt und möglichst natürlich verjüngt. 

Feuchtbiotop durch Bergsenkung. Foto: RVR Ruhr Grün
Bild: Feuchtbiotop durch Bergsenkung

Feuchtbiotop als Folge von Bergsenkung

Im Südwesten des Schlosswaldes hat sich durch Bergsenkungen eine etwa vier Hektar große Sumpflandschaft gebildet. Dieses Feuchtbiotop gehört zum Naturschutzgebiet Emscherbruch.

Auffällig im Erscheinungsbild des Schlosswaldes sind auch die buchtförmigen Wiesen östlich der Mittelallee, die sogenannten Weyeschen Taschen. Diese und auch der Schlosspark wurden 1715 nach französischem Vorbild gestaltet.

Kontakt & Infos

RVR Ruhr Grün
Forststützpunkt Emscherbruch
Revierleiter
Matthias Klar
Holzbachstr. 2
45892 Gelsenkirchen
Telefon: +49 (0) 209 / 36199-43
Telefax: +49 (0) 209 / 36199-44

Lage in der Metropole Ruhr