Gespräche und Arbeitsgruppen I

Workshop 1: Kunst und Wissen diversifizieren

In Institutionen der zeitgenössischen Kunst ebenso wie auf den großen Festivals und Biennalen gewinnen Fragen nach dem eigenen Verhältnis zu einer vielgestaltigen Gesellschaft seit einigen Jahren an Bedeutung. An der vermehrten Repräsentation marginalisierter Wissensbestände wird vielerorts unter Stichworten wie "Kulturen des globalen Südens", "Postkolonialismus" oder "Interkulturelle Öffnung" intensiv gearbeitet. Auch im Ruhrgebiet und NRW formieren sich aktuell Programme, die sich stark mit der Dezentralisierung von Kunst und Wissen auseinandersetzen. Im Gespräch berichten die Diskutierenden über ihre eigene Praxis in diesem Spannungsfeld und beleuchten kritisch, wie sie jeweils mit der Bedeutung des "Anderen" als Normalität umgehen.

Moderation: Aurora Rodonò

Mit Stefan Hilterhaus, Künstl. Leiter und Geschäftsführer PACT Zollverein & Ayşe Güleç, Kulturarbeiterin und Sozialarbeiterin & Bridget Fonkeu, Wissenschaftl. Mitarbeiterin Techn. Universität Dortmund & Madhusree Dutta, Künstl. Leiterin Akademie der Künste der Welt

Stefan Hilterhaus. Foto: Julia Reschucha
Hilterhaus KKR2018 WS1

Stefan Hilterhaus ist Künstlerischer Leiter von PACT. Neben der internationalen Bühne für zeitgenössische Kunst, entstehen im Bereich "Plattform" mehrjährige Austauschformate zwischen Wissensformen und Praxen, Kulturen und Disziplinen. Ein umfangreiches Residenzprogramm ist ebenso substantieller Bestandteil wie eine langfristige Zusammenarbeit im umliegenden Stadtraum. S.H. ist gelernter Bootsbauer, diplomierte an der Folkwang Universität der Künste, studierte Geschichte und arbeitete als Regisseur, Performer und Kurator. Er ist Mitglied verschiedener Kuratorien, Beiräte und Jurys.

Bridget Fonkeu. Foto: privat
Bridget Fonkeu KKR 2018

Bridget Fonkeu ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dortmund, Doktorantin der Soziolinguistik und Consultant der Silent University Ruhr. Sie kommt ursprünglich aus Kamerun, lebt seit 20 Jahren in Deutschland, ist verheiratet und Mutter von vier Kindern. Bridget Fonkeu leitet das Frauen Empowerment Netzwerk in der Silent University Ruhr. Sie möchte Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrung ermutigen, mit ihren akademischen Qualifikationen und sonstigen Kompetenzen in die Öffentlichkeit zu treten und ihre Karrierewünsche trotz gesellschaftlicher und kultureller Hindernisse zu verfolgen.
Infos: Silent University Ruhr

Madhusree Dutta. Foto: Jan Kryszons
Madhusree Dutta KKR 2018

Madhusree Dutta, Künstl. Leiterin Akademie der Künste der Welt, is a filmmaker, curator and author. She has taken charge as Artistic Director of Akademie der Kunste der Welt, Cologne since 2018. Before this stint she was based in Mumbai, India. Her main area of interest is documentary and archive practices, urban cultures, and moving people. Post industrial cityscape of Ruhrgebiet has been one of her long term interests. Under her stewardship the Akademie has initiated a public art project to foreground the minoritised histories of the region. She was a jury member at Berlinale Shorts in 2015.     
Infos: Homepage Dutta und Akademie der Künste der Welt

Aurora Rodonò. Foto: Jörg Pastler
Aurora Rodono KKR 2018

Aurora Rodonò ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst und Kunsttheorie/Universität zu Köln und freie Kulturschaffende; 2012 bis 2014 Projektreferentin bei der Akademie der Künste der Welt; 2010 bis 2012 Juniorprofessorin (in Vertretung) für italienische Literatur- und Kulturwissenschaft am Institut für Romanistik/Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; 2003 bis 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Forschungs- und Ausstellungsprojekt "Projekt Migration" (Köln 2005)

Workshop 2: Wessen Erbe? Neuer, kritischer Blick auf Bestände, Museen und Geschichte(n)

Das Gespräch befasst sich mit der Rolle von sammelnden Kulturinstitutionen im Kontext der auch im deutschsprachigen Raum laufenden Debatten um Deutschland als Land der Migration. Kulturhistorische Museen sind ständig mit der Frage danach beschäftigt, welche Geschichten anhand von Exponaten erzählt werden und welche Perspektiven sich in diesen Geschichten ausdrücken. Auch im Ruhrgebiet gibt es zahlreiche sammelnde Institutionen, die sich mit Fragen nach der Ausgestaltung von neuen Institutionsformen - als Plattform für unterschiedliche Blicke auf Kulturgeschichte - befassen. Wie könnten neue Praktiken des Sammelns und Bewahrens aussehen, in denen die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Perspektive ganz selbstverständlicher Teil der Arbeit ist?

Moderation: Prasanna Oommen

Mit Dietmar Osses, Museumsleiter LWL-Industriemuseum Zeche Hannover & Dr. Katrin Schaumburg, Wissenschaftl. Mitarbeiterin Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V.(DOMID) & Ahmet Sezer, Vorstandsmitglied (DOMID) & Dr. Sophia Prinz, Koordinatorin "Mobile Welten", Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) & Dr. Norbert Reichling, Leiter Jüdisches Museum Westfalen

Dietmar Osses. Foto: LWL-Industriemuseum
Osses KKR2018 WS2

Dietmar Osses (Jg. 1966) studierte Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und arbeitete an Museen und Universitäten im Ruhrgebiet. Seit 2001 leitet er das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum. Im Mittelpunkt seiner Ausstellungen und Veröffentlichungen stehen die Industriekultur und die Migrationsgeschichte des Ruhrgebiets. Er ist Sprecher des "Arbeitskreises Migration" im Deutschen Museumsbund und leitet das Kuratorium des Internetportals "Porta Polonica – Dokumentationsstelle zur Kultur und Geschichte der Polen in Deutschland".

Dr. Katrin Schaumburg. Foto: privat
Dr. Katrin Schaumburg KKR 2018 WS2

Dr. Katrin Schaumburg, Dr. phil., ist seit 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD e.V.). Nach ihrem Studium der Ethnologie, Afrikanistik und Soziologie an der Universität zu Köln war sie in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und im Rahmen zahlreicher Sonderausstellungen für das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt tätig. Ihre Promotion im Fach Ethnologie zu weiblicher agency in einem südafrikanischen Township schloss sie 2012 an der interdisziplinären a.r.t.e.s. Graduate School ab.
Infos: DOMID

Ahmet Sezer. Foto: privat
Sezer KKR18 WS2

Ahmet Necati Sezer ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD e.V.). 1958 in der Türkei geboren, lebt Ahmet Sezer seit 1977 in Deutschland. Lehramtsstudium und Studium der Sozialwissenschaften an der WWU Münster, seit 1991 bei der Stadt Gronau (Westf.) beschäftigt, unter anderem als Leiter des Fachdienstes Erziehungshilfen/Familienhilfen, seit Juni 2012 als Integrationsbeauftragter der Stadt Gronau. Mehrere Veröffentlichungen zum Thema türkische Migration nach Deutschland und Türkische Organisationen in der Bundesrepublik. U.a. "Die türkischen Organisationen im Wandel 1960-1990", Frankfurt 1996; "Die Türken - Berichte und Informationen zum besseren Verständnis der Türken in Deutschland", mit Yüksel Pazarkaya (Hrsg.), Berlin: Ullstein Verlag 1983.
Infos: DOMID

Dr. Sophia Prinz. Foto: privat
Prinz KKR2018 WS2

Dr. Sophia Prinz, Kultursoziologin und Kulturwissenschaftlerin, war von 2006 bis 2018 zunächst an der Universität Konstanz, dann an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. 2012 promovierte sie mit einer sozialtheoretischen Arbeit zur Praxis des Sehens. Von 2015 bis 2018 war sie zudem Koordinatorin und wissenschaftliche Leiterin des BMBF-Verbundprojekts "Mobile Welten. Zur Migration von Dingen in transkulturellen Gesellschaften". Für dieses Projekt wurde ihr 2016 der Postdoc-Preis des Landes Brandenburg verliehen. Seit Sommersemester 2018 ist sie Gastprofessorin für "Theorie der Gestaltung" an der Universität der Künste in Berlin und ab Oktober 2018 Art Histories Fellow des Forums Transregionale Studien, Berlin.
Neben ihrer universitären Tätigkeit ist sie seit 2013 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Johann Jacobs Museum in Zürich tätig und hat in diesem Rahmen an zahlreichen Ausstellungen mitgewirkt.

Dr. Norbert Reichling. Foto: privat
Dr. Reichling KKr18 WS2

Dr. Norbert Reichling (Jg. 1952), Sozialwissenschaftler und Erwachsenenbildner, seit 2006 ehrenamtlicher Leiter des Jüdischen Museums Westfalen in Dorsten. Dort begleitet er Projekte zur jüdischen Regionalgeschichte. Langjähriges Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft für eine andere Weiterbildung NRW. Publikationen zu politischer Bildung, Arbeiter- und Geschichtskultur, Oral history, NS-Geschichte und DDR-Geschichte – u.a. "Angekommen?!  Lebenswege jüdischer Einwanderer" (2010, mit Svetlana Jebrak)
Infos: Jüdisches Museum Westfalen

Prasanna Oomen. Foto: Maj Wikens, Castingagentur Brüderchen und Schwesterchen

Prasanna Oommen, M.A. arbeitet seit fast 20 Jahren als Öffentlichkeitsarbeiterin - lokal, kommunal und auf Bundesebene. Mit ihrem PR- und Textbüro Oommen OH Hoppe berät sie seit 2008 u.a. spartenübergreifend Kunden und Kundinnen aus dem Bereich Kultur, aus der freien Wirtschaft und nichtstaatliche Organisationen. Sie moderiert regelmäßig Fachtagungen und Podiumsdiskussionen zu gesellschafts- und kulturpolitischen Themen sowie Veranstaltungen im Bereich der Kulturproduktion. Von 2011 bis 2013 stand sie dem Verein Neue Deutsche Medienmacher e. V. vor und hat während dieser Zeit die Markenbildung des Vereins durch die Entwicklung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen maßgeblich mitgestaltet.
Infos: Büro Oommen OH Hoppe und Homepage Oommen

Kontakt & Infos

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Über uns


Die Kulturkonferenz Ruhr ist Teil der Nachhaltigkeitsvereinbarung zur Kulturhauptstadt RUHR.2010 und bietet der Kulturszene einmal jährlich eine Bühne für den regionalen kulturpolitischen und künstlerischen Diskurs. Sie ist eine gemeinsame Veranstaltung von RVR und dem Land NRW - mit dem Ziel, die im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 entwickelten neuen Netzwerke, regionalen Partnerschaften und Kooperationen zu fördern und weiter zu entwickeln.