ruhrFIS - Flächeninformationssystem Ruhr

Eine zentrale Aufgabe des Regionalverbands Ruhr (RVR) ist die Beobachtung und Analyse der räumlichen Entwicklung im Verbandsgebiet. Die dazu notwendigen Daten werden im Flächeninformantionssystem Ruhr dokumentiert und regelmäßig aktualisiert.

Abb.: Die drei Säulen des Flächeninformationssystem Ruhr (ruhrFIS)

Unter der Dachmarke ruhrFIS-Flächeninformationssystem Ruhr werden drei Instrumente zur siedlungsbezogenen Raumbeobachtung gebündelt, die neben ihrer Wirkung für die Belange der Regionalplanung auch Grundlage informeller Instrumente sind.

  1. ruhrFIS-Siedlungsflächenmonitoring: Erhebung der in den Flächennutzungsplänen und im Regionalen Flächennutzungsplan gesicherten Reserveflächen für Wohnen und Gewerbe sowie deren Inanspruchnahme durch Siedlungsaktivitäten
  2. ruhrFIS-Siedlungsflächenbedarfsberechnung: Ermittlung der zukünftigen Siedlungsflächenbedarfe für Wohnen und Gewerbe
  3. ruhrFIS-Monitoring Daseinsvorsorge: Kleinräumiges Monitoring von Einrichtungen der grundzentralen Daseinsvorsorge

Die Siedlungsflächenreserven werden bei Neuaufstellungen oder Änderungen von Flächennutzungs- oder Regionalplänen, einer Prognose des zukünftigen ‘Flächenbedarfes‘ gegenübergestellt und stellen eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Planung neuer Wohn- oder Gewerbeflächen dar. Die Ergebnisse der in der ersten Jahreshälfte 2017 gemeinsam durch die Städte und Gemeinden der Metropole Ruhr und dem Regionalverband Ruhr durchgeführten Erhebung der Siedlungsflächenreserven sind in dem Bericht ‘Erhebung der Siedlungsflächenreserven und Inanspruchnahmen 2017‘ dargestellt. Die vorliegenden Daten stellen für alle Beteiligten die fachlichen Grundlagen und verbandsweite Transparenz her, um auf dieser Basis eine zielführende Erörterung über die zukünftige Siedlungsflächenentwicklung in der Metropole Ruhr im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Entwurfs zum Regionalplan Ruhr weiter zu führen. Insoweit sind die ermittelten Ergebnisse für den Träger der Regionalplanung, die Verbandsversammlung des RVR, eine wichtige Informations- und Entscheidungsgrundlage.

Das ruhrFIS-Siedlungsflächenmonitoring wird alle drei Jahre fortgeschrieben, ist in dieser Detailtiefe bundesweit einmalig und Ergebnis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen dem Regionalverband Ruhr mit den 53 Kommunen im Verbandsgebiet. Der Regionalverband Ruhr erfüllt hiermit umfassend die landesgesetzliche Aufgabe für das Siedlungsflächenmonitoring nach § 4 Abs. 4 Landesplanungsgesetz.

ruhrFIS-Berichte

Siedlungsflächenreserven, Flächenmonitoring, Reserveflächen, ruhrFIS, Wohnreserven, Gewerbereserven, Brachflächen, Flächenbericht, Siedlungsflächenmonitoring
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Die planerische Sicherung eines angemessenen Flächenangebotes für die Siedlungsentwicklung stellt eine der zentralen Aufgaben der kommunalen Flächennutzungsplanung und der Regionalplanung dar. Der Landesentwicklungsplan (LEP), der am 25.01.2017 seine Rechtskraft erlangte, gibt den Regionalplanungsbehörden, und somit auch dem Regionalverband Ruhr (RVR), den Auftrag der Ermittlung von Wohnbau- und Gewerbeflächenbedarfen, die in den Regionalplänen als Siedlungsbereiche bzw. in den kommunalen Flächennutzungsplänen als Bauflächen für Wohnen, Gewerbe und Industrie festzulegen sind.

Mit dem Regionalen Diskurs hat der RVR bei der Erarbeitung des Regionalplans Ruhr einen transparenten und kooperativen Weg eingeschlagen, der auch bei der Erarbeitung der Modelle zur Ermittlung der Wohnbau- und Gewerbeflächenbedarfe beschritten wurde. Hervorzuheben ist neben der Kooperation mit Kommunen und Kreisen die Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern sowie der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr, die mit ihrer Expertise und Erfahrung einen wertvollen Beitrag zur Ausarbeitung der Modelle geleistet haben. Die entwickelten Prognosemodelle können entscheidende Impulse zur Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung für die Zukunft geben. Gleichzeitig ist sichergestellt, dass die Inanspruchnahme von Freiraum auf das erforderliche Maß beschränkt wird.

Ermittlung der Wohnbauflächenbedarfe

Der Bedarf an zusätzlichen Wohneinheiten für die kommenden 20 Jahre setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen. Den ersten Baustein bildet der sog. Grundbedarf. Der Grundbedarf ist immer positiv und wird allen Kommunen gewährt. Er soll gemäß LEP sicherstellen, dass allen Kommunen ein angemessener Grundbedarf insbesondere für die Befriedigung von Nachfragen nach Neubauwohnungen zur Verfügung steht. Den zweiten Baustein stellt der sog. ergänzende Wohnungsbedarf dar, der sich aus der Wohnungsmarktstruktur mit demografischen Komponenten ergibt. Er wird nur auf den Grundbedarf addiert, wenn er positiv ist, etwa wenn in einer Kommune mit steigenden Einwohnerzahlen bzw. Haushalten zu rechnen ist.

Ermittlung der Gewerbeflächenbedarfe

Die Methode zur Ermittlung der Gewerbeflächenbedarfe basiert auf den sich ergänzenden Monitoringinstrumenten des Gewerblichen Flächenmanagements (GFM)der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr sowie des vom RVR verantworteten  ruhrFIS-Siedlungsflächenmonitorings. Beide Monitoringinstrumente liefern exakte Informationen zu gewerblich-industriellen Flächeninanspruchnahmen sowie zu den zur Verfügung stehenden Flächenreserven. Der Gewerbeflächenbedarf in der Region insgesamt ergibt sich durch Hochrechnung der Flächeninanspruchnahmen eines sechsjährigen Zeitraumes auf einen 20-jährigen Planungszeitraum. Die Verteilung des Gewerbeflächenbedarfes auf die einzelnen Kommunen erfolgt daraufhin in Abhängigkeit der vorhandenen Beschäftigtenstrukturen.

Monitoring Daseinsvorsorge

Das kleinräumige Monitoring analysiert die fußläufige Erreichbarkeit von grundzentralen Infrastrukturen der Daseinsvorsorge in der Metropole Ruhr. Die Ergebnisse werden im Vergleich der sechs NRW-Planungsregionen, auf der Ebene der Städte und Gemeinden sowie erstmalig kleinräumig für die 635 Ortsteile der Metropole Ruhr dargestellt

Untersucht wurden u.a. die Entfernung zu Kita, Grundschule, Bushaltestellen und zum nächsten Arzt sowie die Supermarktdichte. Grundlage der neuen Analyse ist das bewährte Flächeninformationssystem Ruhr der RVR-Regional- und Raumplaner.

Die Bilanz des ruhrFIS-Monitoring - so der Fachbegriff - fällt positiv aus: Mehr als 80 Prozent der Menschen in der Metropole Ruhr profitieren demnach von der guten Erreichbarkeit - ein großes Plus für die Standortqualität der Region.

Innerhalb des Ruhrgebiets zeichnet sich besonders der Kernraum zwischen Dortmund und Duisburg durch gute Erreichbarkeit und eine hohe Versorgungsdichte aus. Weniger als drei Prozent der Menschen leben weiter als 2.000 Meter vom nächsten Supermarkt entfernt - das gilt als überdurchschnittlich gute wohnortnahe Lebensmittelversorung. Fast 87 Prozent der Kinder in der Region können eine Grundschule in 15 Minuten Fußweg erreichen und für 84 Prozent der Menschen ist auch der Weg zum Arzt zu Fuß und in angemessener Zeit machbar.

Trotz des ausgesprochen guten Gesamtergebnisses sieht der RVR Verbesserungspotenzial in einigen Teilen des Ruhrgebiets bei der Erreichbarkeit von Kitas und Haltestellen des ÖPNV.

Kontakt & Infos

Regionalverband Ruhr
Leiterin
Referat Regionalentwicklung
Maria T. Wagener
Kronprinzenstraße 35
45128 Essen
Telefon: +49 (0) 201 / 2069-6361
Ansprechpartnerin
Dr. Nicole Iwer
Telefon: +49 (0) 201 / 2069-532
Ansprechpartner
Dr. Christoph Alfken
Telefon: +49 (0) 201 / 2069-288