Bevölkerungsentwicklung und -struktur im Ruhrgebiet

Aktuelle Daten zum Bevölkerungsstand am 30.06.2017

Am 29. März 2018 wurden aktuelle Daten zum Bevölkerungsstand für alle Kommunen in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht. Einwohnerzahlen für alle nordrhein-westfälischen Kommunen liegen nun zum Stichtag 30.06.2017 vor.

Da für insgesamt sechs Kommunen in NRW zum 31.12.2016 unplausible Daten vorlagen, die nach Vermutung von IT.NRW auf die unterschiedliche melderechtliche Behandlung von Schutzsuchenden zurückzuführen sind, ist die Vergleichbarkeit mit den neuen Zahlen erneut eingeschränkt. In der Metropole Ruhr betrifft dies die Stadt Unna. Die im Folgenden dargestellten Zahlen sind mit Rücksicht darauf zu betrachten.

Einwohnerzahl der Metropole Ruhr bleibt stabil

Am 30.06.2017 lebten in der Metropole Ruhr insgesamt 5.114.381 Menschen. Im Vergleich zum 31.12.2016 entspricht dies einem sehr leichten Rückgang um 4.300 Personen bzw. 0,08%. In Nordrhein-Westfalen wuchs die Einwohnerzahl im selben Zeitraum sehr moderat um 0,02% (oder rund 4.100 Personen) an.

In den meisten Kommunen des Ruhrgebietes blieb die Einwohnerzahl stabil. Die Veränderungen bewegten sich überall im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Den stärksten Einwohnerzuwachs konnten Schermbeck im Kreis Wesel, Werne im Kreis Unna (je +0,81%) und Bergkamen im Kreis Unna (+0,78%) verzeichnen, die deutlichsten Rückgänge gab es in Rheinberg im Kreis Wesel (-0,78%) sowie in Sprockhövel im Ennepe-Ruhr-Kreis und in Gelsenkirchen (je -0,58%)

Entwicklung der Einwohnerzahl in den Kommunen der Metropole Ruhr, 31.12.2016 bis 30.06.2017. Grafik: Regionalstatistik Ruhr, Daten: IT.NRW.
Entwicklung der Einwohnerzahl in den Kommunen der Metropole Ruhr, 31.12.2016 bis 30.06.2017. Grafik: Regionalstatistik Ruhr, Daten: IT.NRW.

Nur marginale Veränderungen der Einwohnerzahlen in den kreisfreien Städten

Neben Gelsenkirchen gehören auch Hagen, Duisburg, Bottrop, Essen, Dortmund, Hamm und Bochum zu den kreisfreien Städten, die im ersten Halbjahr 2017 an Einwohnern verloren. Allerdings sind die Rückgänge zum Teil äußerst gering - in Bochum etwa gab es nur 26 Einwohner weniger als zum 31.12.2016; dies entspricht einem Rückgang um 0,01%.

Auf ebenfalls sehr niedrigem Niveau wuchsen die Einwohnerzahlen von Mülheim an der Ruhr (+0,14%), Herne (+0,22%) und Oberhausen (+0,24%) bis zum 30.06.2017 weiter an.

Bei dem Vergleich der Daten zum 31.12.2016 mit den Daten zum 30.06.2017 sollte stets beachtet werden, dass bestimmte saisonale Effekte die Betrachtung verzerren können. In Universitätsstädten ist beispielsweise davon auszugehen, dass viele Erstsemester, die im Wintersemester ihr Studium aufnehmen, zum 30.06. noch nicht in ihrer Studienstadt gemeldet sind.

Differenzierte Bevölkerungsdaten noch nicht veröffentlicht

Detaillierte Daten zu Altersgruppen, Nationalitäten oder zu den Einflussfaktoren auf die demografische Entwicklung (Wanderungen, natürlicher Bevölkerungs- saldo) sind zum 30.06.2017 derzeit noch nicht verfügbar.

Viele ältere Menschen leben im Ruhrgebiet

Zum 31.12.2015 lebten in der Metropole Ruhr 5.109.253 Menschen, rund 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Nachdem im Rahmen der Zensuserhebungen der Bevölkerungsstand vieler Ruhrgebietskommunen zum Stichtag 9.5.2011 nach unten hin korrigiert worden war, nimmt ihre Einwohnerzahl seit 2014 wieder zu.

Rund 51 Prozent der Bevölkerung waren weiblich. Bei den älteren Menschen war der Anteil der Frauen deutlich höher als in den jüngeren Altersgruppen; bei den 75-Jährigen und Älteren betrug er 61,5 Prozent.

Das Ruhrgebiet ist eine verhältnismäßig alte Region. Während 15,8 Prozent der Einwohner Ende 2015 unter 18 Jahre alt waren, betrug der Anteil der 65-Jährigen und Älteren 21,6 Prozent. Mehr als jeder zweite Mensch in der Metropole Ruhr war 45 Jahre oder älter.

Der Anteil Nichtdeutscher lag mit 646.720 Personen bei etwa 12,7 Prozent. Der Anteil der Altersgruppe "30 bis unter 45 Jahre" lag mit 30,1 Prozent deutlich höher als bei der deutschen Bevölkerung (17,7%), was dazu führte, dass die ausländische Bevölkerung im Durchschnitt etwas jünger war.

Menschen aus über 180 unterschiedlichen Herkunftsländern leben in der Metropole Ruhr. Aus der Statistik des Ausländerzentralregisters liegen hierzu aktuelle Daten für das Jahr 2016 vor: Mit rund 207.200 Personen stellen die Türken die mit Abstand größte ausländische Bevölkerungsgruppe, gefolgt von Syrern (rund 65.000 Personen), Polen (rund 60.6000 Personen), Rumänen (rund 37.000 Personen) und Italienern (rund 30.900 Personen). Mehr als die Hälfte aller im Ruhrgebiet lebenden ausländischen Staatsangehörigen stammen aus einem dieser fünf Länder.

Über 70 Prozent der ausländischen Staatsangehörigen im Ruhrgebiet stammen aus anderen europäischen Staaten

Der Anteil Nichtdeutscher lag mit 646.720 Personen bei etwa 12,7 Prozent. Der Anteil der Altersgruppe "30 bis unter 45 Jahre" lag mit 30,1 Prozent deutlich höher als bei der deutschen Bevölkerung (17,7%), was dazu führte, dass die ausländische Bevölkerung im Durchschnitt etwas jünger war.

Weiterführende Daten zur ausländischen Bevölkerung im Ruhrgebiet, auch nach ausgewählten Staatsangehörigkeiten, finden Sie hier.

Entwicklung der Bevölkerungszahl in der Metropole Ruhr seit 1871.
Grafik: Regionalstatistik Ruhr. Daten: IT.NRW.
Entwicklung der Bevölkerungszahl in der Metropole Ruhr seit 1871. Grafik: Regionalstatistik Ruhr. Daten: IT.NRW.

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsstand und -struktur - Zeitreihe seit 1962

lange Zeitreihe seit 1962
nach Geschlecht, Altersgruppen und Nationalität seit 2011
Stichtagsdaten der Volkszählungen seit 1939

(Stand: 31.12.2016)
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